Über den Künstler Johannes Wüsten

Johannes Wüsten (1896–1943) zählt zu den bedeutenden Vertretern der Neuen Sachlichkeit. Künstlerisch zunächst vom Expressionismus geprägt, fand er nach einer Ausbildung bei Otto Modersohn in Worpswede und Jahren in Hamburg zu einer präzisen, sozialkritischen Bildsprache; ab 1929 widmete er sich vor allem dem Kupferstich, den er zu meisterhafter Vollendung führte. Wüsten war ein überzeugter Antifaschist und gehörte einer Görlitzer Widerstandsgruppe an; 1934 musste er ins Exil nach Prag und Paris gehen, wo er als Autor und Illustrator für antifaschistische Zeitschriften arbeitete. 1943 starb er als politischer Häftling im Zuchthaus Brandenburg-Görden. Sein vergleichsweise schmales, technisch herausragendes Werk verbindet künstlerische Qualität mit eindrucksvoller historischer Bedeutung.

Johannes Wüsten