Lászlo Moholy-Nagy
Ohne Titel (Schloss La Sarraz), 1928
Silbergelatineabzug auf Agfa Papier Photography 28.5 × 20.2 cm
250 €
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Die Fotografie aus dem Jahr 1928 zeigt eine charakteristische Aufnahme aus extremer Vogelperspektive: Von einem erhöhten Standpunkt blickt der Betrachter steil hinab auf eine Terrasse mit Treppe, schmiedeeisernem Tor und schattenwerfenden Bäumen. Markant ist der lange kreuzförmig ausgebreitete Schatten neben dem Schatten des Fotografen, der sich auf den hellen Weg projiziert und die Szene rätselhaft auflädt. Mit der ungewöhnlichen Aufsicht und dem Spiel von Licht und Schatten verkörpert das Blatt das „Neue Sehen“ von László Moholy-Nagy. Die Aufnahme entstand 1928 rund um das Schloss La Sarraz. Der Abzug wurde 1994 als einmalige Auflage heraugegeben von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. und ist Rückseitig mit einem Nachlassstempel versehen.
Über den Künstler Lászlo Moholy-Nagy
László Moholy-Nagy (1895–1946) zählt zu den vielseitigsten und einflussreichsten Künstlern der klassischen Moderne. Sein Werk verbindet Malerei, Fotografie, Typografie, Film und Bühnengestaltung zu einer konsequent experimentellen, konstruktivistischen Bildsprache. Mit seinem „Neuen Sehen" revolutionierte er die Fotografie durch kameralose Fotogramme, ungewöhnliche Perspektiven und radikale Bildausschnitte; mit dem Licht-Raum-Modulator schuf er zudem eine der frühesten elektrisch betriebenen kinetischen Skulpturen. Als Meister am Bauhaus in Weimar und Dessau leitete er ab 1923 die Metallwerkstatt und den berühmten Vorkurs und prägte das interdisziplinäre Denken der Schule entscheidend mit. Nach seiner Emigration gründete er 1937 in Chicago das New Bauhaus und trug die Ideen des Bauhauses nach Amerika. Seine Werke sind heute in den bedeutendsten Museen weltweit vertreten.

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